Rationalisierung in Perfektion

Bei der Druckerei Berger in Horn/Österreich sorgt
der Roboload – ein System zur automatischen
Beschickung des Bogenüttlers von Schneider Senator – für eine deutliche Effizienzsteigerung in der Druckweiterverarbeitung. Zusätzlich wird der Arbeitsplatz deutlich aufgewertet.

Es sind die Mischung aus der konsequenten Markt und Kundenorientierung und die laufende Effizienzsteigerung über die gesamte Produktionskette hinweg, mit denen das Management der Druckerei Berger das Unternehmen trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds auf Erfolgskurs halten konnte. Mit dem Slogan „Der persönliche Drucker“ unterstreicht das Unternehmen zusätzlich seine Kundennähe, was sich im Branchenvergleich auch in einer langen Kundenbindungsdauer widerspiegelt. Zur besseren Marktbearbeitung hat die Druckerei Berger eine Software für die Pflege ihrer Kundenbeziehungen eingeführt, was die persönliche Ansprache einzelner Kundensegmente erleichtert. Mit einem umfangreichen Controlling werden die einzelnen Vertriebsaktivitäten durchleuchtet, und es wird sichergestellt, dass der nötige Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Das Controlling liefert somit auch wertvolle Informationen für die Ausrichtung des Verkaufs und zeigt auch Optimierungspotenzial in der Produktionskette auf.

„Wir nehmen die Lieferanten beim Wort“

Mit diesem Hintergrund analysiert das Management laufend alle Prozesse und sucht Möglichkeiten, um etwaige Effizienzsteigerungen zu heben, wobei die Druckerei Berger hier bei allen Investitionen einen sehr pragmatischen Ansatz verfolgt. „Wir berechnen anhand der angeführten Leistungsparameter einer Lösung, welche Effizienzsteigerung damit für uns realisierbar ist. Wir nehmen die Lieferanten dabei beim Wort und halten im Zuge der Investition die zu erzielende Leistungs- und Effizienzsteigerung auch vertraglich fest“, schildert der Geschäftsführer, Ferdinand Berger jun. „Wir können es uns nicht leisten, dass eine Investition die in sie gesetzten Erwartungen hinsichtlich Effizienzsteigerung nicht erfüllt.“

Das Unternehmen produziert über 300 Zeitschriftentitel, etwa die Hälfte davon erscheint monatlich. Zu den weiteren Produktionsschwerpunkten zählen Bücher, Broschüren, Kataloge und sonstige Akzidenzdrucksorten. Dabei ist dem Unternehmen kein Auftrag zu groß oder zu klein – so wird unter anderem das auflagenstärkste Magazin Österreichs „Auto Touring“ mit 1,3 Millionen Exemplaren in Horn gedruckt. Mit dem Rollen- und Bogenoffset-druck sowie dem Digitaldruck kann die Druckerei ihren Kunden immer eine optimale und vor allem wirtschaftliche Lösung anbieten – egal, bei welcher Auflagenhöhe und welchem Umfang

 

     
 

An allen Schrauben gedreht

In den letzten Jahren hat die Druckerei Berger die Schrauben zur Effizienzsteigerung an allen Punkten deutlich angezogen. Ein Bereich, in dem das Management noch Potenzial erkannte, war das Schneiden, und hier im Speziellen das Beschicken des Rüttlers.

Die Anzahl der Lösungen für die Automatisierung dieses Arbeitsschritts innerhalb eines Schneidesystems ist jedoch limitiert. Genau genommen sind zurzeit zwei Lösungen auf dem Markt, die das Management der Druckerei Berger auf der drupa 2008 gründlich unter die Lupe nahm. Beim Besuch des Stands von Schneider Senator konnte man die vollautomatische Rüttlerbeschickung Roboload im Rahmen einer praxisnahen Demonstration begutachten, wobei sich zeigte, wie Ferdinand Berger jun. es formuliert, dass Schneider Senator mit ihrer Lösung den glaubhafteren technologischen Ansatz verfolgt.

Der österreichische Vertriebs- und Servicepartner druma war von Beginn an involviert und übernahm die technische Projektleitung in enger Absprache mit Schneider Senator.

Automatische Erkennung der Position.

Der Roboload transportiert bis zu 45 000 Bogen mit einer Grammatur von 80 g/m2 pro Stunde vollautomatisch und ohne jegliche Intervention eines Bedieners. Bei dem Roboter handelt es sich um einen bewährten Industrieroboter, für den Schneider Senator einen Greifer und ein Lasermesssystem entwickelt hat. Formate von 430 x 610 bis 759 x 1050 mm in Grammaturen von 80 bis 300 g/m2 können damit problemlos verarbeitet werden. Den Ingenieuren von Schneider Senator ist es gelungen, die biomechanischen Bewegungen zur Rüttlerbeladung auf einen Roboter zu übertragen.

Eine Funktion, die Ferdinand Berger aus dem Stand überzeugte, war die automatische Erkennung der Position der Palette und Lagen. Dies erleichtere den Einsatz des Roboters in der Praxis ungemein, erläutert Ferdinand Berger jun. Bevor der Roboload mit dem Beschicken des Rüttlers beginnen kann, werden mit dem integrierten Lasermesssystem Position, Höhe und Format des Papierstapels erfasst. Der Greifer separiert das Ries an einer Ecke in einer definierten Stärke von bis zu 25 Millimetern, greift es diagonal an zwei Punkten und nimmt es von der Palette auf. Anschließend wird das Ries belüftet, zum Bogenrüttler transportiert und dort punktgenau abgelegt. Vom Rüttlertisch gelangen die Bogen über das Bogenbeschickungssystem BTS schlussendlich auf den Hintertisch der Schneidemaschine S-Line 137 CT von Schneider Senator. Erst in diesem Moment tritt der Bediener der Schneideanlage in Aktion, wobei er durch CIP4-generierte Schneideprogramme unterstützt wird. Vier Pufferplätze sorgen für eine fortwährende Bereitstellung von Lagen zur Verarbeitung.

 

 

   
 

Wirtschaftlichkeit steigt mit der Anzahl der Schnitte.

 An dieser Stelle betont Ferdinand Berger jun., dass mit der Anzahl der Schnitte auch die Wirtschaftlichkeit der Lösung steige. Grundsätzlich habe sich bereits nach kurzer Zeit gezeigt, dass am Ende jeder Schicht mehr auf der Palette liege und der Roboload die in ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz erfülle. In der Lösung stecken aber nach Einschätzung des Geschäftsführers noch Reserven, die man gemeinsam mit Schneider Senator durch die Optimierung der Schneidesoftware heben möchte. Positiv werden von der Druckerei Berger auch die Entlastung der Mitarbeiter durch den Roboload und die damit einhergehende Aufwertung des Arbeitsplatzes bewertet. „Neben der Effizienzsteigerung hat die automatische Rüttlerbeschickung einen Motivationsschub ausgelöst, und unsere Mitarbeiter möchten auf die Unterstützung durch den Roboter nicht mehr verzichten“, betont Ferdinand Berger jun.

Automatisches Rütteln produktiver als automatisches Schneiden.

Bei der Automatisierung von Schneidsystemen stehen die Anwender vor der Frage, wo der Hebel angesetzt wird: Der Markt bietet sowohl Lösungen für die automatisierte Rüttlerbeladung als auch Anlagen für den eingrifflosen Rundumbeschnitt. Die Praxis zeigt, dass das mannlose Rütteln einen entscheidenden Vorteil bietet: Der Bediener kann sich auf eine Aufgabenstellung konzentrieren, die entstehenden Pufferzeiten können besser genutzt werden. Wird automatisch geschnitten, kann der Bediener die Zeit zwar zur Rüttlerbeladung nutzen, muss aber nach etwa 90 Sekunden wieder an die Schneidemaschine, um die Arbeit fortzusetzen. So wird die Arbeitsbelastung eher erhöht denn verringert. Beim Einsatz des Roboload hingegen konzentriert der Bediener sich auf das Schneiden und Entladen – die Produktivitätssteigerung bei geringerer körperlicher Belastung ist entsprechend groß.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an

Mr. Christian Behn
Sales Manager
Tel.: +49 (0)40-769159-23
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